Karlsburger Herzspezialisten unterstützen Notärzte auf Usedom
12. Juli 2010
Datenübertragung vom DRK-Notarztwagen direkt in das Klinikum Karlsburg
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Lifenet heißt ein Medizintechnik-System, das ab dem 12. Juli den Notärzten der DRK-Einsatzfahrzeuge auf der Insel Usedom zur Verfügung steht, um noch am Notfallort einen fachärztlichen Befund von Herzspezialisten zu erhalten. Dazu gingen das DRK Ostvorpommern und das Klinikum Karlsburg eine Kooperation ein. "Die moderne Tele-Medizin-Technik wird helfen, Herzpatienten schneller zu diagnostizieren und zu therapieren", sagt Dr. med. Bernd Müllejans, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Klinikums Karlsburg.
Im Sommer sind die zwei Notarzt-Einsatzfahrzeuge des DRK auf der Insel Usedom rund um die Uhr im Einsatz. An manchen Tagen werden die Notärzte über 20 Mal gerufen. 80 Prozent aller dieser Notfälle sind auf Herz-Kreislauf-Probleme zurückzuführen. "Das sind Situationen, in denen Minuten zählen. Sauerstoffmangel in den Herzkranzgefäßen schädigt den Herzmuskel unwiederbringlich und kann lebensbedrohlich sein", erklärt Dr. med. Bernd Müllejans. Gerade auf der Insel Usedom mit ihren weiten Wegen sei Zeitersparnis bei der medizinischen Abklärung eines Gesundheitsproblems wichtig. Mit seinem Team bietet der Herzspezialist deshalb den Notärzten an, sofort - und zwar noch am Notfallort - Hilfestellung zu geben und eine fachärztliche Begutachtung vorzunehmen.
Dazu wurden die beiden Notarzt-Einsatzfahrzeuge des DRK mit hochmoderner Tele-Medizin-Technik (Lifenet) ausgerüstet, die sämtliche Vitaldaten des Notfallpatienten an die Spezialisten des Herzzentrums Karlsburg per Mobilfunk übertragen kann. "Wenn der Notarzt einen fachärztlichen Befund wünscht, schickt er uns die umfangreichen Patientendaten. Sie laufen an drei Bildschirmplätzen ein und werden vom diensthabenden Oberarzt, der eine SMS erhält, umgehend bewertet. Damit wird gewährleistet, dass der Patient auf schnellstem Wege - ohne jegliche Zwischenstopps - dorthin gelangt, wo ihm am besten geholfen werden kann", sagt Dr. Bernd Müllejans.
Die High-End-Technik wird im Land Mecklenburg-Vorpommern derzeit nur auf Usedom und im Raum Stralsund eingesetzt.
