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Andrang beim Bluthochdruck-Tag im Klinikum Karlsburg

130 Interessierte informierten sich über die weitverbreitete Erkrankung

Der Andrang im großen Hörsaal des Klinikums Karlsburg war am Samstagvormittag (12.11.) gewaltig. Rund 130 Interessierte kamen, um sich im renommierten Herzzentrum über die weitverbreitete Erkrankung Bluthochdruck zu informieren, die in Deutschland jeden Zweiten über 60 Jahre betrifft. Bei den über 80-Jährigen leiden bereits 80 Prozent unter Bluthochdruck.

Oberarzt Dr. Ronald Bittner von der Klinik für Kardiologie erklärte in seinem Vortrag sehr verständlich die Ursachen und Auswirkungen eines Bluthochdrucks. Nur rund fünf bis zehn Prozent aller Bluthochdruckpatienten hätten eine Hypertonie aufgrund einer anderen organischen Erkrankung. In erster Linie seien genetische Faktoren, das Alter und die Lebensweise ausschlaggebend. Gefährlich sei der Bluthochdruck vor allem deshalb, weil er der größte Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall ist, aber keine Schmerzen verursache. "Nicht einmal ein Drittel aller Bluthochdruckpatienten ist gut eingestellt, viele ahnen nichts von ihrer Erkrankung", erklärte Dr. Bittner und riet, den Blutdruck ab dem 30 Lebensjahr in regelmäßigen Abständen kontrollieren zu lassen.

Die Therapie-Möglichkeiten bei Bluthochdruck erläuterte Oberärztin Dr. Claudia Bischoff von der Klinik für Kardiologie in Karlsburg. Sie verwies besonders auf die Bedeutung der regelmäßigen Medikamenteneinnahme, die bei Bluthochdruck immer eine lebenslange Therapie sei. Die Nebenwirkungen der Beta-Blocker und ACE-Hemmer seien äußerst gering, vor allem im Vergleich zu den Auswirkungen bei Nichteinnahme. 14 Millionen Menschen werden in Deutschland mit ACE-Hemmern behandelt. Oberärztin Bischoff ging dann auch auf ein neues Katheterverfahren zur Verödung der Nierennerven ein, das bei Patienten mit sehr schwerer Hypertonie zur Anwendung kommt.

Anschließend sprach Dr. Martin Grunze, Chefarzt der Dünenwald Klinik Trassenheide, über Lebensstiländerungen. Humorvoll und doch eindringlich appellierte er an die Zuhörer, jeden Tag den inneren Schweinehund zu überwinden und sich mehr zu bewegen. weniger fettreich zu essen und auf Nikotin zu verzichten. Anschließend stellten sich die Ärzte den Fragen der Patienten. "Die Veranstaltung bot eine gute Möglichkeit, sich genauer zu informieren", meinte Paul Schiefelbein aus Anklam, der im Klinikum bereits einen Herzschrittmacher erhielt. Der fitte 80-Jährige nutzte die Möglichkeit für ein paar individuelle Fragen zu seinem Krankheitsbild. Aber auch die 50-jährige Evelyn Sauck aus der Nähe von Lassan fuhr zufrieden nach Hause. "Ich habe heute viel Wissenswertes erfahren, vor allem alles so komplex, verständlich und mit einem Schuss Humor vorgetragen. Das hat mir gut gefallen." Die Veranstaltung im Klinikum Karlsburg fand im Rahmen der alljährlichen bundesweiten Herzwochen der Deutschen Herzstiftung statt.